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Verschiedene Bilder aus dem Neckar-Odenwald-Kreis

Pflegeheim Sonnengarten

Minister Peter Hauk MdL besucht das Pflegeheim „Sonnengarten“ in Buchen – Pflege im ländlichen Raum stärken und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen

Buchen. Die Pflege im ländlichen Raum steht vor besonderen Herausforderungen. Darüber informierte sich der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, bei seinem Besuch im Pflegeheim „Sonnengarten“ in Buchen. Gemeinsam mit Heimleiterin Nicole Laukenmann und ihrem Team tauschte er sich intensiv über die aktuelle Situation der stationären Pflege, bestehende Versorgungsengpässe und notwendige politische Weichenstellungen aus. Dieses Gespräch sieht Peter Hauk als „wichtiges Update zu einem bedeutenden Thema“, er sichert zu, im Herbst einen runden Tisch zum allgemeinen Thema Pflege in Buchen machen zu wollen, bei welchem dann alle Pflegebetriebe mit ihren Anliegen und Vorschlägen zu Wort kommen sollen. 

Ein zentrales Thema des Gesprächs im „Sonnengarten“ war der zunehmende Engpass bei Pflegeplätzen für an Demenz erkrankte Menschen. Gerade im ländlichen Raum stoßen Einrichtungen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. „Wir müssen sicherstellen, dass auch hochbetagte und an Demenz erkrankte Menschen wohnortnah versorgt werden können“, betont Laukenmann. Dies werde jedoch immer schwieriger, auch aufgrund des Fehlens von Nachwuchs- und Fachkräften.

Neben einer guten Bezahlung brauche es attraktive Arbeitsbedingungen, mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung und Entwicklungsperspektiven. Positiv hervorgehoben wurde die Anhebung der Löhne in der Pflege. „Pflegekräfte verdienen heute nicht schlecht, das ist eine wichtige Anerkennung ihrer verantwortungsvollen Arbeit“, sind sich Hauk und Laukenmann einig.

 

Gleichzeitig wurde Kritik an der stark generalistisch ausgerichteten Pflegeausbildung geäußert. Viele Auszubildende und Heimbetreiber wünschten sich eine stärkere Spezialisierung und weniger verpflichtende Stationen in unterschiedlichen Bereichen wie Krankenhaus, Psychiatrie oder Hospiz. Hier brauche es eine praxisnahe Modifizierung der Ausbildung, um den tatsächlichen Anforderungen in stationären Einrichtungen besser gerecht zu werden. „Junge Auszubildende sind oft überfordert, an verschiedenen Stellen Station machen zu müssen. Übrigens ist es auch eine Herausforderung für die Auszubildenden im ländlichen Raum, die oftmals weiten Strecken zwischen Arbeitsplatz, Ausbildungsbetrieb und Praxisbetrieb zurückzulegen“, schildert Laukenmann.  

Deutlich wurde auch, wie sehr Einrichtungen auf ausländische Fachkräfte angewiesen sind. Im Sonnengarten sind Mitarbeitende aus 19 Nationen beschäftigt. „Ohne diese engagierten Menschen könnte der Betrieb nicht aufrechterhalten werden“, unterstrich die Heimleitung. Neben einer verstärkten inländischen Ausbildung brauche es weiterhin geordnete und praxistaugliche Zuwanderungsmöglichkeiten für Pflegekräfte. Dem stimmte Peter Hauk zu: „Wir sind auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen, sonst geht in der Pflege irgendwann gar nichts mehr oder die Pflegeplätze werden noch unerschwinglicher“, so Hauk.

 

Sorge bereiten den Betreibern zudem hohe Außenstände und eine zunehmende finanzielle Belastung durch steigende Eigenanteile der Bewohnerinnen und Bewohner. Hauk sprach sich für eine Begrenzung der privaten Beiträge für Heimplätze aus. „Die Pflege darf nicht zum Armutsrisiko werden. Wir brauchen eine nachhaltige Stabilisierung der Pflegeversicherung und eine Begrenzung der Eigenanteile“, so der Minister. In diesem Zusammenhang gab Hauk auch Einblick, dass man sich als CDU der Änderung der aktuellen Heimbauverordnung annehmen werde, um um durch flexiblere Vorgaben, die Wirtschaftlichkeit der Pflegeheime zu verbessern und vor allem die zu Pflegenden finanziell zu entlasten. „Wir müssen Standards flexibilisieren und Verfahren beschleunigen, ohne die Qualität der Versorgung zu gefährden“, sagt Hauk.

Diskutiert wurde zudem die Rolle von Heimbeiräten. Diese müssen nicht mehr verpflichtend bestellt werden. Hauk betonte, dass Mitbestimmung und Beteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern weiterhin einen hohen Stellenwert haben müssten. „Wir bleiben im Kontakt“ sicherte Peter Hauk abschließend Heimleitung Nicole Laukenmann zu, diese bedankte sich für den intensiven Austausch.